
{"id":220,"date":"2015-02-26T18:56:44","date_gmt":"2015-02-26T18:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/roessner.traving.com\/?page_id=220"},"modified":"2015-09-28T18:34:17","modified_gmt":"2015-09-28T18:34:17","slug":"4d-2002-freitagstour-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/roessner.ch\/?page_id=220","title":{"rendered":"4D 2002 &#8211; Tag 2"},"content":{"rendered":"<h2><b>Searcher0<\/b>, <b>25.06.2002<br \/>\n<\/b><b>4D &#8211; Freitagstour 2. Tag &#8211; Schnelle Gruppe<br \/>\n<\/b><b><\/b><\/h2>\n<p><b>Planung, Ausf\u00fchrung, folgen? oder Dr\u00fcber, drunter, seitlich vorbei?<\/b><\/p>\n<p>Bei herrlichem Sonnenschein sa\u00df ich in der Pension Hotzenwald und nahm bed\u00e4chtig und sehr gem\u00e4chlich, wie jeden morgen eigentlich, mein Fr\u00fchst\u00fcck zu mir. Am Vorabend habe ich mich erkundigt, ob die Neuank\u00f6mmlinge Macher1 und Petra, sowie Lysander, Redmaschine und Speedy noch Tanken m\u00fcssten oder eine Schweizer Vignette ben\u00f6tigten. Sowohl Tanken als auch die Besorgung einer Schweizer Vignette war gegeben. So habe ich mich mit ihnen f\u00fcr kurz nach acht, am Freitagmorgen verabredet. P\u00fcnktlich waren alle da und so fuhren wir als kleine Gruppe zur Schweizer Grenze. Vorher stand ja erst noch eine Fr\u00fchsport\u00fcbung auf dem Programm, die herrliche kurvenreiche Strecke bis nach Bad S\u00e4ckingen, nur diesmal nicht ganz so z\u00fcgig, wie am Vorabend, da die Maschinen erst ganz gem\u00e4chlich auf Temperatur gebracht werden sollten. Schnell erreichten wir die Grenze in Bad S\u00e4ckingen.<\/p>\n<p>Nanu, was war das? Der Schweizer Zollbeamte winkte uns nicht durch, sondern hielt mich und damit meine gesamte kleine Gruppe an. Er forderte mich zu einem kleinen Rededuell auf. &#8222;Hmm&#8220;, dachte ich mir, &#8222;mal sehen wer eher nachgibt&#8220;. Um es kurz zu machen, der Zollbeamte hat verloren *g. Entnervt von meinen Argumenten und Redek\u00fcnsten, winkte er die ganze Gruppe durch. Na also, klappt doch. *gg<\/p>\n<p>Andere hatten bei diesem Zollbeamten weniger gute Karten, aber das wi\u00dft ihr ja schon.<\/p>\n<p>Kurz nachdem wir den Zoll passierten, hielten wir an der besagten Schweizer Tankstelle an, um die Motorr\u00e4der, wie verabredet, um 9:00 Uhr vollgetankt am Treffpunkt stehen zu haben. Nachdem auch ich vollgetankt hatte und das Tankstellenh\u00e4uschen betrat, geschah das gleiche wie am Vortag, anscheinend hatte ich die nette Kassiererin, mit ihren herrlichen himmelblau strahlenden Augen und schulterlangen rabenschwarzen haaren, gestern etwas verwirrt, wieder strahlte sie schon vom weitem, als sie mich ersp\u00e4hte, aha meinte sie, da kommt ja mein Rondevouz. Diesmal war ich irritiert, hatte ich da etwas nicht mitbekommen!? Wir plauschten noch ein wenig vergn\u00fcgt, zur Ver\u00e4rgerung des ein oder anderen Kunden, weil es einfach nicht voran ging. Wir verabschiedeten uns sehr freundlich voneinander und w\u00fcnschten uns noch einen wundervollen sch\u00f6nen Tag. Mit einem sehr breiten Grinsen im Gesicht, verlie\u00df ich mit den anderen die Tankstelle und fuhren zum vereinbarten Treffpunkt an der Schweizer Grenze.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200001_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dort angekommen, standen schon einige Biker herum und warteten auf die Nachkommenden, die noch fehlten.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200002_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dann, auf einmal, herrschte ein wenig Verwirrung, da war doch tats\u00e4chlich einem die Einreise in die Schweiz verweigert worden, weil er keine anst\u00e4ndigen Gummis mehr hatte. Dann war da noch ein zweiter, der sich auch dachte, dass Gummis wichtig w\u00e4ren und fuhr auch wieder zur\u00fcck \u00fcber die grenze, um sich welche zu besorgen.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200003_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200004_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>So verstrich der besagte Abfahrtermin in die Alpen. Erst nachdem einige ihre Fassung wieder erlangten, sollten wir abfahren, doch wieder gab es eine Verz\u00f6gerung, da ja noch einige gar nicht vollgetankt hatten. Tztztztz, einfach alles mit einer geh\u00f6rigen Portion Humor w\u00fcrzen und schon ist das ganze auch nur halb so schlimm. *gg<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200005_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dann geschah es doch, endlich war alles abfahrbereit und wir fuhren, nach vorheriger Instruktion durch Heike und Jens,<br \/>\ngemeinschaftlich von der Schweizer Grenze ab, um endlich in<br \/>\nden Genuss zu kommen, den Alpen ein St\u00fcck n\u00e4her zu r\u00fccken.<br \/>\nDie Positionen wurden bestimmt und wir fuhren los Richtung Alpen. Erst ein St\u00fcck noch \u00fcber die Landstrasse, um dann auf die Autobahn zu gehen. Dieses Gruppenfahren klappt doch eigentlich sehr gut, dachte ich mir und so brummten wir gemeinschaftlich \u00fcber die Autobahn, in einen f\u00fcr meine Begriffe grossen Motorrad Konvoi. Das Einzige, was neu f\u00fcr mich war, war der vorrausfahrende Scout Jens-Nick und mein neuer Fl\u00fcgelmann Ernst, aber an diese beiden kann man sich sehr schnell gew\u00f6hnen, obwohl ich sagen muss, dass ich meinen bisherigen Hintermann Mopedist doch schon sehr vermisste.<\/p>\n<p>Runter ging es von der Autobahn, und wieder ein St\u00fcck Landstrasse entlang. Alle, so schien es, kamen mit. Doch wie aus dem Nichts, tauchte auf einmal Ericsu neben dem Tourguide auf und winkte vehement und versuchte in seinem rheinischen bayrischen Dialekt, und mit der Bowlingkugel auf dem Kopf seine Depeche an den Tourenf\u00fchrer weiter zu geben. Die Reaktion folgte auf dem Fusse. Jens-Nick hielt an und die gesamte Gruppe mit ihm. Anscheinend hatte Jens die Meldung doch verstanden! (sensationell *fg)<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200006_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Was war passiert? Schnell machte die Depesche von Ericsu die Runde, Aladin und Heike wurden vermisst! Jens hing sich sofort an sein Handy und telefonierte und telefonierte, aber niemand wurde erreicht.. An der \u00d6rtlichkeit, einer kleinen Tankstelle, an der wir gehalten haben, prallte die sch\u00f6ne warme Sonne, ungehindert auf unsere Motorradkluft. Ein irres Gef\u00fchl, wenn einem merklich w\u00e4rmer und w\u00e4rmer wird, sich kleine salzige Tropfen im Nacken bilden und diese sich ihren Weg, den R\u00fccken hinunter bis zum Ges\u00e4\u00df such&#8230; aber lassen wir das. Es war hei\u00df.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200007_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200008_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Wir warteten und warteten, nach ca. 20 Minuten rief Jens-Nick zum Weiterfahren auf, da wir eh schon reichlich Verz\u00f6gerung f\u00fcr diesen Tag hatten und er endlich die gesamte Gruppe zum vereinbarten Treffpunkt f\u00fchren wollte. So ging es dann f\u00fcr alle weiter, in der Hoffnung, das wir Heike und Aladin am Treffpunkt wiedersehen w\u00fcrden. Nachdem St\u00fcck Landstrasse folgte wieder ein Autobahnabschnitt und weiter zog der Tross. Bei Kussnacht oder war es doch Rotkreuz !? verlie\u00dfen wir die Autobahn und kamen der Landstrasse folgend an dem, sehr sch\u00f6nen leuchtenden, Zuger See vorbei. Ein Hupkonzert fand auf einmal statt, wollten doch einige eine kleine Rast einlegen, um sich eine zu rauchen. Jens folgte diesem Aufruf und hielt an einem sch\u00f6nen Aussichtpunkt dieses Sees an. Kurz eine geraucht und die Aussicht genie\u00dfend, mit dem Fotoapparat in die Hand, das Gesehene f\u00fcr immer einzufangen.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200009_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200010_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200011_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200012_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200013_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dann ging es weiter, dem endg\u00fcltigen Treffpunkt f\u00fcr die gesamte Gruppe, an diesem Tag entgegen. Als wir auf dem Parkplatz, dem Treffpunkt, eintrafen, konnten wir direkt schon Heike und Aladin entdecken, sowie den weiteren Scout f\u00fcr diesem Tag Speedydan und seine entz\u00fcckende Schwester Sundrop.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200014_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200015_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Doch bevor wir diese richtig begr\u00fc\u00dfen konnten, wurden die Motorr\u00e4der in einer Reihe aufgereiht.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200016_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Kurz nachdem der letzte Motor verstummte, begann ein generalstabsmassig geplanter Auftritt von Heike. Laut schreiend und br\u00fcllend ging sie mit energischen Schritten die Motorradreihe ab.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200017_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Ihre Stimme \u00fcberschlug sich bei den Worten. &#8222;Mit euch fahre ich nicht mehr&#8220;, &#8222;Ihr seid alle St\u00fcmper und m\u00fc\u00dft noch einmal in die Fahrschule&#8220; und so weiter und so weiter. Alle standen stumm und stramm an ihren Maschinen und lauschten den Worten von Heike. W\u00e4hrend Heike weiter br\u00fcllte, hatte ich eine kleine Vision. Heike hatte auf einmal ein aufreizendes Lederoutfit an, mit Ketten behangen, die bis zu den H\u00fcften reichten, ihr rechter Lederhandschuh zeigte mit der Handfl\u00e4che nach oben, w\u00e4hrend sie in der linken Hand ihre neunschw\u00e4nzige Katze hielt und diese rhythmisch auf ihre rechte Hand schlug. Was man alles bei dieser Tour geboten bekommt, um so etwas bei uns zu sehen, geschweige denn zu h\u00f6ren, musste schon 84 Cent die Minute berappen. Ruf mich an&#8230;. JETZT !!! Mit den Worten: &#8222;So nun k\u00f6nnen wir wieder gemeinsam lachen!&#8220; ? Plopp- verschwand mir nichts dir nichts, das Bild vor meinem geistigen Auge und vor uns stand einfach nur wieder Heike. *gg<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200018_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200019_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Danach, wurde die Gruppeneinteilung vorgenommen, in eine Seengruppe, Genie\u00dfergruppe und eine schnelle Gruppe, wobei Heike anmerkte, das diejenigen die sich der schnellen Gruppe anschlie\u00dfen m\u00f6chten, wissen sollte, dass diese Gruppe die letzte, aber auch allerletzte Rille f\u00e4hrt. Langsam formierten sich die einzelnen Biker und Bikerinnen um die entsprechenden Scout\u00b4s der verschiedenen Gruppen. Ich haderte noch mit mir und schaute etwas geistesabwesend meinen fliegenverschmierten Helm an. Sollte ich wirklich in der schnellen Gruppe mitfahren? W\u00e4hrend ich so \u00fcberlegte, kam Ernst von hinten und meinte &#8222;willste och wat Visierreiniger search?&#8220; Ich nickte und w\u00e4hrend ich mein Visier reinigte, rang ich mich doch dazu durch, mit der schnellen Gruppe zu fahren. Ein unwohles Gef\u00fchl beschlich mich, als ich zu der schnellen Gruppe mein Bike schob. Sollte ich nicht das Tempo gehen k\u00f6nnen, so w\u00fcrde ich mich ausklinken, damit ich den Fahrspass der anderen nicht st\u00f6ren w\u00fcrde. Um Jens-Nick, dem Scout f\u00fcr die schnelle Gruppe und seiner K 1200 RS, waren weiterhin mit von der Partie: Aladin und Moni mit dem Boot, Lysander &#8211; R1150GS, Grimfandango &#8211; Ducati Monster, Wolfgang &#8211; Varadero, Ernst FJR und ich mit meiner VX.<\/p>\n<p>Nachdem sich unsere Gruppe formiert hatte und wir wieder ganz kurz von Jens-Nick instruiert wurden und die Reihenfolge f\u00fcr unsere Gruppe festlegten, hatten wir noch eine Zigarettenpause vereinbart, bevor es los ging. Diese Pause nutzte ich dazu, um endlich auch einmal Speedydan, auf den ich mich schon lange freute, einmal pers\u00f6nlich zu begr\u00fc\u00dfen. Die Freude war auf beiden Seiten sehr herzlich, au\u00dferdem stellte er mir seine Schwester vor, die nicht nur \u00fcber das ganze Gesicht strahlte, sondern auch diesen Glanz mit ihren Augen verspr\u00fchte, ein sehr liebreizendes Wesen. Dann drang ein lautes Rufen in meine Ohren, die schnelle Gruppe wollte abfahren.<\/p>\n<p>Wir verlie\u00dfen den Parkplatz, an dem Heike ihren b\u00fchnenreifen Auftritt hatte, und preschten los. Das Tempo wurde merklich gesteigert, gegen\u00fcber der bisherigen Anfahrt. In den Orten hielten wir uns an die vorgegebene Richtgeschwindigkeit, da es in der Schweiz sehr teuer werden kann, wenn man die zul\u00e4ssige H\u00f6chstgeschwindigkeit \u00fcbertritt. Wir fuhren Richtung Andermatt. Zuvor glitten wir die \u00f6stliche Strasse am Ufer des Urner Sees vorbei. Ein grandioser Blickpunkt der Urner See, wie er durch die Sonne beleuchtet, unterschiedliche Gr\u00fcn-Nuancen wiederspiegelte, dazu mit teilweise schneebedeckten Bergwipfel und abfallenden schroffen Felsw\u00e4nden umrahmt wird. Die Sonne stand hoch im Zenith und ihre sehr warmen Strahlen wurden hier und da durch Galerie- und Tunnelfahrten kurzfristig unterbrochen. Man hatte das Gef\u00fchl als w\u00fcrde man durch Ansichtskarten fahren. <\/p>\n<p>So traumhaft sch\u00f6n war eigentlich die gesamte Tour, na ja bis auf eine kleine Ausnahme, aber darauf komme ich zu einen sp\u00e4teren Zeitpunkt. Der Fahrtwind spendierte uns wenigstens ein bisschen K\u00fchlung an diesem hei\u00dfen Tag. Es gab reichlich zu schauen, dennoch verlangte auch die Strasse, die wir befuhren, ihre Aufmerksamkeit. Bis Amsteg hatten wir hier und da ein paar Kurven, um uns etwas einzuschwingen. Ab Amsteg begannen wir dann damit vollends, die Schr\u00e4glagenfreiheit zu testen. Dritter Gang, Gas geben, das Gas vor der Kurve kurz lupfen, runterschalten, gleichzeitig Motorrad in die Schr\u00e4glage bringen, Gas geben und ab in die n\u00e4chste Schr\u00e4glage zu st\u00fcrzen. Immer an den Felsw\u00e4nden entlang und in die n\u00e4chsten Kurven hinein. Zu, An- Ein- und Aussichten blieb nicht viel Zeit. Hei macht das spass, obwohl wir noch immer keinen Pass gefahren sind, war das doch schon ein sehr sehr guter Anfang. Wir erreichten Andermatt und bevor wir unseren ersten Pass f\u00fcr diesen Tag unter die R\u00e4der nehmen sollten, war noch einmal zuvor gemeinschaftliches Tanken angesagt.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200023_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Wir versorgten nicht nur unsere Bike\u00b4s mit Sprit, sondern holten uns auch direkt ein paar k\u00fchle Getr\u00e4nke f\u00fcr unterwegs. Das inoffizielles Maskottchen der schnellen Gruppe war unsere einzigste Sozia Moni. Moni sorgte durch ihr immer fortw\u00e4hrendes L\u00e4cheln und den Heidenspass, den sie mit der schnellen Gruppe hatte, f\u00fcr eine wohlige warme Atmosph\u00e4re unter uns m\u00e4nnerdominierenden Bikern. Ich muss gestehen, h\u00e4tte ich in dem Boot gesessen, w\u00e4re ich bestimmt hier in Andermatt ausgestiegen und h\u00e4tte mir ein Taxi zum Hotel besorgt, denn, wie schon beschrieben, hat Aladin einen absolut hei\u00dfen Fahrstil mit seinem Boot. Zum Gl\u00fcck war Aladin nicht Scout, dann h\u00e4tten bestimmt alle aus der schnellen Gruppe ein Problem damit gehabt, ihm zu folgen.<\/p>\n<p>Dann ging es kurvenreich nach dem Tankstop kurz und heftig weiter, wieder durch sch\u00f6ne Kurven und unter Galerien hindurch, bis zu diesem sch\u00f6nen Punkt, an dem Jens ganz kurz hielt und wir direkt die Gelegenheit zu einem Gruppenfoto nutzten.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200020_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200021_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200022_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dann begann die sch\u00f6ne Anfahrt zum Oberalbpass. Steil bergauf ging es nun mit zahlreichen Spitzkehren der Passh\u00f6he entgegen. Ein Blick seitlich hinunter bescherte mir immer wieder ein herrliches Bild auf die Bergwelt und der schnellen Gruppe, die jene Spitzkehre erst noch nehmen mussten, durch welche ich schon gefahren war. Nach den Spitzkehren folgte ein langes gerades St\u00fcck, mit ein paar seichten Kurven und einer kleinen Galerie und schon waren wir an der Passh\u00f6he angelangt. Dort legten wir eine Pause ein und schossen die ersten Passfotos. Wir standen eine Weile und konnten uns gar nicht satt genug sehen. Es war sehr angenehm von der Temperatur, obwohl wie ihr sehen k\u00f6nnt, noch reichlich Schnee lag.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200024_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dann tauchte Heike auf einmal mit ihrer Gruppe auf, der Spott, der \u00fcber ihre Lippen kam, f\u00fcr die schnellen Gruppe, war nicht zu verkennen. *gg <\/p>\n<p>So trafen wir dann noch, ein paar Biker von der 4D Tour und es wurde geredet und gelacht. Wir hatten immer, wenn wir uns dann doch einmal trafen, sehr viel Spass mit einander. Unser Scout Jens rief zum weiterfahren auf und wir verlie\u00dfen die Passh\u00f6he und machten uns an die Abfahrt. Nach dem letzten seichten Aufstieg, folgte bei der Abfahrt vom Oberalbpass ein richtig sch\u00f6nes Kurvenband mit zahlreichen Spitzkehren. Jeder hatte so seine eigene Technik, diese Spitzkehren zu durchfahren. Einige folgten genau dem Kurvenverlauf, w\u00e4hrend andere weit ausholten, um die Spitzkehre z\u00fcgig zu passieren.. Wir hielten weiter auf Desentis zu, um unsere n\u00e4chste Passanfahrt zu beginnen, den Lugmanierpass. Kurz vor der Passh\u00f6he hielt jetzt die schnelle Gruppe an einem wiederum sch\u00f6nen Aussichtpunkt mit einem mitten darrinliegenden See, dem Lei Da Sontg Maria an.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200025_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200026_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200027_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200028_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Eine kurze Zigarettenpause sollte gen\u00fcgen, bevor wir weiterfuhren. Jens erkundigte sich, ob schon jemand Hunger h\u00e4tte, uns allen hing der Magen ein wenig auf den Knien und so beschlossen wir, unten im Tessin kurz vor Biasca ein nettes Lokal aufzusuchen.<\/p>\n<p>Es ging weiter, an der Passh\u00f6he des Lukmanierpasses vorbei, talw\u00e4rts Richtung Biasca. Die Kurven wurden am Fusse des Passes wieder etwas gem\u00e4chlicher. Es folgten schnelle Rechts- und Linkskurven und stellenweise waren wir ein ganzes St\u00fcck, mit unseren Motorr\u00e4dern, wedelnd durch die Kurven unterwegs. Der Strassenbelag wechselte h\u00e4ufig, von alten Belag auf frisch geteerte Abschnitte bis hin zu kleinen Schotterpisten. Durch unsere z\u00fcgige Fahrweise, mussten wir uns nat\u00fcrlich auch wiederum, schnell auf die wechselnden Verh\u00e4ltnisse des Stra\u00dfenbelages einstellen. Je weiter s\u00fcdlicher wir vordrangen, um so w\u00e4rmer wurde es. Kurz bevor wir Biasca erreichten, entdeckte Jens-Nick auf der linken Seite ein sehr einladendes Lokal. Wir drehten unsere Maschinen und kehrten in dieses sch\u00f6ne Restaurant ein. Jetzt wollten wir einmal etwas l\u00e4nger Pause machen, die herrliche Panorama Aussicht genie\u00dfen und sehr viel Fl\u00fcssigkeit und etwas Nahrung zu uns nehmen.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200029_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200030_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200031_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Der Wind, der uns hier um die Nase wehte, hatte fast die gleiche Temperatur, wie ein Haarf\u00f6n und so zogen es einige vor, sich an dem Haus angebrachten Brunnen zu erfrischen. Unsere Bestellung wurde uns nach und nach von der italienisch sprechenden Bedienung gebracht. Nachdem wir alle gegessen hatten, machte sich ein wenig die M\u00fcdigkeit breit, so verharrten wir noch ein Weilchen. Als wir dann wieder aufbrechen wollten, kam Speedydan mit seiner Gruppe angefahren, als wir alle ihnen freundlich zuwinkten, drehten sie auf der Stelle und stie\u00dfen noch zu uns. Wieder wurde die Pause, die wir schon eingelegt hatten, ein wenig weiter ausgedehnt, bis wir uns dann schlie\u00dflich doch voneinander loseisen konnten und unsere Rundtour fortsetzten. Wir hatten uns noch ausgedacht, die alte Gotthartstrasse zu befahren. Wir fuhren weiter auf Biasca zu, um dann bei Biasca rechts abzubiegen, Richtung Gotthard. Bevor wir abbogen, kamen uns drei Biker entgegen und winkten alle ganz vergn\u00fcgt. Es waren Chicago-Cat, Waschb\u00e4r und mein vermisster Fl\u00fcgelmann Mopedist mit neuen Gummis. Wir folgten weiter der Landstrasse, um dann ein kurzes St\u00fcck die Autobahn zu benutzen, bis Airolo um schneller am Gotthard zu sein. Bei Airolo verlie\u00dfen wir die Autobahn und fuhren in das St\u00e4dtchen hinein, weil direkt nach dieser Stadt die Anfahrt zur alten Gotthartpassstrasse beginnt.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200032_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200033_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200034_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Doch als wir dort ankamen, winkte uns das Wachpersonal der Feuerwehr vorbei. Denn auf der Gotthartpassstrasse fand ein Bergrennen statt. Jens-Nick erkundigte sich nach einem Ausweg, um dennoch den Gotthardpass befahren zu k\u00f6nnen. Der freundliche Wachmann erteilte bereitwillig Auskunft und erkl\u00e4rte Jens einen Weg, der \u00fcber eine Br\u00fccke f\u00fchren sollte. Direkt im Anschluss nach dieser Erkl\u00e4rung, setzten wir uns wieder in Bewegung und folgten den Anweisungen. OK, vielleicht hat Jens-Nick auch etwas missverstanden, denn wir befanden uns auf einmal wieder auf der Autobahn Richtung Biasca. War doch wohl der falsche Weg. *gg <\/p>\n<p>Also n\u00e4chste Ausfahrt wieder heraus, gedreht Richtung Airolo und wieder am freundlich immer noch winkenden Wachmann vorbei. Also n\u00e4chster Anlauf um die Gotthartpassstrasse doch noch zu erwischen. Wir nahmen die n\u00e4chste Ausfahrt und kamen tats\u00e4chlich \u00fcber eine Br\u00fccke, bloss diese f\u00fchrte wieder Richtung Autobahn. Entsetzt und etwas genervt vom Weg suchen hielt Jens-Nick am Seitenstreifen an. Ich konnte noch ein Schild erkennen, dass etwas weiter entfernt stand. Auf diesem war zu lesen: ?Gotthardtunnel, noch 2 Kilometer. Wir beratschlagten, was wir tun k\u00f6nnten, denn keiner hatte so richtig Lust, mit dem Motorrad durch den langen Tunnel zu fahren. Drehen kam nicht in Frage, da dieses hier lebensgef\u00e4hrlich war, bei dieser stark befahrenen Autobahn und au\u00dferdem sehr sehr teuer werden k\u00f6nnte. Wolfgang entdeckte ein Gittertor, vielleicht ist dieses ja nur angelehnt und wir k\u00f6nnten dort versuchen, mit unseren Bikes durchzuschl\u00fcpfen. Er machte sich auf den Weg, um entsetzt festzustellen, dass das Tor fest verschlossen war. Uns blieb also nichts anderes \u00fcbrig, als durch den Tunnel zu fahren. Die Kinnladen fielen allen auf Knieh\u00f6he, aber was soll man machen, da m\u00fc\u00dfen wir nun durch.<\/p>\n<p>Also noch schnell eine geraucht und ab ging es durch den Gotthardtunnel. Ein Schild, welches am Tunnel angebracht war, zeigte freundlich an: Ab hier noch 17 Kilometer, die Geschwindigkeit war auf 80 KM\/H begrenzt. Die ersten drei Kilometer hielten wir noch diese Geschwindigkeit, bis sie zunehmend langsamer wurde auf drei\u00dfig und phasenweise sogar nur noch bis zwanzig Stundenkilometer reduziert wurde. Die Luft im Tunnel wurde immer stickiger und mit jedem weiteren Kilometer wurde es immer w\u00e4rmer. Jetzt f\u00fchlte es sich so an, als w\u00fcrde hier ein Saunameister zu Werke gehen, der extra f\u00fcr uns den n\u00e4chsten hei\u00dfen Aufguss zubereitete. Das Visier wird am besten runtergeklappt, da herumschwirrende Russpartikel sich immer wieder in die Augen setzten und damit beginnt die Reiberei an jenen. Dunkel und eng war die R\u00f6hre und nur das Neonlicht, das den Tunnel erhellen sollte flackerte doch sehr stark. Immer wieder tauchten Parkbuchten auf in denen man einen Notstop einlegen konnte. Grosse Ventilatoren, welche unter der Tunneldecke h\u00e4ngen und die Abgase aus dem Tunnel saugen sollten, verwirbelten diese nur. Auf der entgegenkommenden Fahrbahn rauschten ohne Unterlass Pkws und Lastwagen an einem vorbei, deren seitlich verursachenden Windb\u00f6en einem auf dem Motorrad immer wieder drohte an die Tunnelwand zu dr\u00fccken. Ein \u00dcberholen ist unm\u00f6glich und au\u00dferdem strengstens Verboten auf der einspurigen Tunnelstra\u00dfe. \u00dcberall h\u00e4ngen Video\u00fcberwachungsger\u00e4te, die mit ihrer Linse anscheinend dein Inneres zu durchleuchten versuchten. Auch der Gedanke daran, dass Hunderte von Tonnen Gestein \u00fcber einen liegen, trug zur Erheiterung nicht gerade bei. Als ich mich bei diesem Gedanken erwischte, tauchte ein Schild auf, noch 13 Kilometer. Ich schaute zu Jens-Nick her\u00fcber und las zum ersten mal, seit etlichen Kilometern an einem Hinterreifen klebend, sein Nummernschild ?GL?. Ein Gedanke durchzuckte mich GL !? K\u00f6nnte Girl hei\u00dfen! Als ich dann noch Jens-Nick Statur zu einer mir annehmbaren Gestalt verwandeln lie\u00df, war die Tunnelfahrt auf einmal sehr viel angenehmer f\u00fcr mich. *gg<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200035_480.jpg\" alt=\"\" width=\"243\" height=\"350\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Ich konnte mich kaum satt sehen und begann unter meinem Helm an zu singen: ?Auf dem Moped vor mir f\u00e4hrt ein h\u00fcbsches Madele&#8230;&#8230;? und so weiter und lala&#8230; Der Anblickt raubte mir fast den Atem oder war es doch die Tunnelluft? Pl\u00f6tzlich kam ein kalter Luftschwall auf einmal unter meinem Helm gestr\u00f6mt und wieder tauchte ein Schild auf: Noch 3 Kilometer. Ups, da hatte diese bezaubernde Lady mir ja diese Tunnelfahrt arg vers\u00fc\u00dft. Die Geschwindigkeit nahm wieder zu und der lange Tunnel gab uns endlich wieder frei. Direkt wurde noch ein paar Pfund auf das Gas gelegt und ab zur n\u00e4chsten Ausfahrt. Nachdem wir diese erreicht hatten, tauchten wir direkt wieder ein, in das Kurvenlabyrinth der Landstra\u00dfe. Nach einigen Kilometer auf dieser Strasse, legten wir noch einmal einen nicht planm\u00e4\u00dfig vereinbarten Tankstop ein. Die lange Tunnelfahrt hat doch sehr stark an den Nerven einiger gezerrt und somit war der Tankstop auch dringend notwendig gewesen um sich einmal ein wenig zu erholen. Die Stimmung sank ein wenig ab, aber dennoch nicht direkt so, dass man sagen k\u00f6nnte, dass sie richtig schlecht wurde. Nachdem die sehr durstigen Bike\u00b4s aufgetankt waren, setzten wir die Fahrt fort, Richtung Klausenpass um an dessen Fusse, in B\u00fcrgel auf einen vorher ausgemachten Parkplatz, auf Speedydan\u00b4s Gruppe zu warten.<\/p>\n<p>Die Wartezeit war auch bei allen sehr willkommen, denn nun konnten sich einige erst richtig erholen, von der langen Tunnelfahrt, denn diese steckte doch jedem ganz m\u00e4chtig in den Knochen. Langsam fingen wir wieder, an rum zu flachsen und unsere Scherze miteinander zu betreiben. Jens telefonierte noch mit dem Hotel Adler, denn er ging eigentlich davon aus, dass nach unserer Odysseefahrt, Speedydan schon l\u00e4ngst den vereinbarten Treffpunkt verlassen hat.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200036_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200037_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dem war aber nicht so. Toni, der Hotelwirt meldete Jens-Nick, dass schon ein paar von uns im Hotel seien, aber Dani eben halt nicht. So warteten wir noch einige Zeit auf die angek\u00fcndigte Gruppe, die dann auch drei\u00dfig Minuten sp\u00e4ter eintraf. Wieder fand ein Grossees Hallo statt. Nach einiger Zeit verabschiedeten sich dann Speedydan und Sundrop von uns, denn sie schliefen an diesem Abend nicht mit uns anderen im Hotel.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200038_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200039_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dann war Aufbruchstimmung. Jens gab wieder einige Instruktionen, wie der Klausenpass beschaffen sei und wo einige noch tanken k\u00f6nnten. Zum Abschluss meinte er, dass freies Passfahren angesagt ist und wir uns alle auf der Passh\u00f6he wiedertreffen. Jens machte mit mir zusammen den Besen, f\u00fcr diese Passfahrt. Einer nach dem anderen fuhr ab, bis nur noch Jens-Nick und ich auf dem Parkplatz in B\u00fcrgel standen. Dann machten auch wir uns daran, den Klausenpass zu bezwingen. Zun\u00e4chst ging es bed\u00e4chtig aber immer zunehmender bergauf. Sehr schnell \u00fcberwindet man so einige H\u00f6henmeter. Die Strasse verj\u00fcngt sich etwas und f\u00fchrt an einigen Wiesenfl\u00e4chen vorbei, bevor man in die erste Spitzkehre gelangt.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200040_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200041_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Sehr schnell wechselt das Terrain von steilen Wiesenfl\u00e4chen zu schroffen Gesteinsmassen, in der diese Strasse eingelassen wurde. Ein Blick \u00fcber die Schulter, zur rechten Seite, verdeutlicht sehr schnell, wie hoch man mittlerweile ist und wie steil, nach der Fahrbahnbegrenzung, es bergab geht.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200042_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200043_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Nach der letzten Spitzkehre schl\u00e4ngelt sich die Strasse weiter der Passh\u00f6he entgegen, vorbei an steilabfallenden groben Felsw\u00e4nden, aus denen an unterschiedlichen Stellen, kleine Wasserf\u00e4lle, mal in einen Graben oder direkt auf die Strasse niedergehen. Als wir dann oben auf der Passh\u00f6he angelangt waren, standen schon alle, die vor uns diesen Pass hinauf gefahren sind vereint und laut lachend zusammen. Hier oben war es sehr k\u00fchl. Schnee und Eis verh\u00fcllten die Passh\u00f6he. Die Strasse und der Parkplatz, war von diesem befreit aber dennoch sehr feucht.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200044_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200045_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200046_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Dichte Wolken hingen \u00fcber der Passh\u00f6he und die Abendd\u00e4mmerung tauchte die Bergwelt in ein Mystisches Szenario.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200047_480.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Ich stieg erst gar nicht von meinem Bike ab, sondern zeigte Jens-Nick an, das ich direkt weiterfahre. Er nickte zustimmend und so begann ich direkt die Abfahrt vom Klausenpass Richtung Linthal. Ohne Umschweife, ging es direkt wieder bergab, fantastisch zu fahrende Spitzkehren, eine nach der anderen wurden von mir in einem z\u00fcgigen Tempo genommen. Immer wiederkehrende Abl\u00e4ufe t\u00e4tigte ich, runter schalten, Kupplung ziehen, kurz anbremsen und Maschine in die kurve legen oder ab und zu ein wenig dr\u00fccken und im Scheitelpunkt wieder Gas geben, beschleunigen, Hochschalten, Gas und wieder von vorne beginnen. Ein irres Vergn\u00fcgen. Die Spitzkehren kann man sehr gut einblicken, \u00fcberhaupt lassen sich schon weit vorher 2 bis 3 kurven ausmachen, weil einem ein ungehinderter Blick auf die Strasse und Kurven gew\u00e4hrt wird.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200048_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Nach dem Spitzkehrenvergn\u00fcgen folgt ein sehr geradeaus verlaufender Stra\u00dfenabschnitt, dieses Hochplateaus, der sogenannte Urnerboden. Rechts und links dieser Strasse s\u00e4umen weitl\u00e4ufige, gr\u00fcne saftige Wiesen den Strassenrand. Z\u00e4une sind nicht vorhanden und wie ich sp\u00e4ter von Heike berichtet bekam, laufen hier die Almk\u00fche ungehindert herum und k\u00f6nnen auch schon mal die Strasse versperren. Ich konnte keine einzige Kuh entdecken, w\u00e4hrend meiner Fahrt \u00fcber diesem Plateau. Gedankenversunken, allein, mit meinem Bike und mir donnerte ich durch diese sch\u00f6ne Bergwelt. Am Ende dieser geradeaus verlaufenden Strasse, beginnt wieder ein Kurvenvergn\u00fcgen. Hier kann man nun Baumkronen erkennen, welche den rechten Fahrbahnrand s\u00e4umen und nur im Ansatz erahnen lassen, wie gross diese B\u00e4ume sind oder wie steil es hier hinunter geht. Zur linken Seite begleiten einen die scharfkantigen Felsw\u00e4nde. <\/p>\n<p>Als ich mich gerade wieder richtig sch\u00f6n einschwingen wollte und die ersten seichten rechts links Kombinationen genommen hatte, tauchte aus dem nichts ein Kleintransporter, stehend auf der Fahrbahn auf und eine Frau trat telefonierend mitten auf die Fahrbahn und gab mir ein eindeutiges Handzeichen, meine Fahrt zu stoppen. Ich folgte ihren Aufruf und suchte mir einen geeigneten Platz, wo ich mein Bike abstellen konnte. Als ich abstieg, um zu dieser Frau zu gehen, entdeckte ich tiefe Kratzspuren auf der Fahrbahn in Richtung der B\u00e4ume. Ein Blick zu dem Baum, zeigte mir, das unterhalb der Baumkrone in einem betr\u00e4chtlichen Ausma\u00df, ein Einschlag stattgefunden haben muss. Die Rinde von diesem st\u00e4mmigen Baum war wie mit einem Messer abgesch\u00e4lt worden. Ich ging weiter auf die immer noch telefonierende Frau zu. Als ich sie ansprach, was los ist, beendete sie ihr Gespr\u00e4ch und teilte mir aufgeregt mit, dass hier ein Motorradunfall geschehen sei. Verdutzt sah ich die Frau an. Wo denn? Fragte ich, sie zeigte die B\u00f6schung hinunter, da unten liegt er. Ich trat weiter an den Fahrbahnrand und blickte suchend hinunter, dann konnte ich zwei M\u00e4nner erkennen, in ca. 12 bis 15 Meter Tiefe, etwas weiter links davon, konnte ich das verungl\u00fcckte Motorrad sehen, welches halb um dem Baum gewickelt war. Wieder schweifte mein Blick zur\u00fcck zu den beiden M\u00e4nnern, eine dritte Person konnte ich noch ausmachen, wie sie m\u00fchselig versuchte, halbwegs gehend, mal rutschend, den Abhang hinunter zukommen. Dann entdeckte ich in der Mitte der beiden Personen, halb verdeckt durch Buschwerk den schwer verletzten Biker. Die Frau riss mich aus meinen Gedanken, dieses Horrorszenario und meinte, die Ambulanz sei verst\u00e4ndigt und m\u00fcsste jede Minute eintreffen. Ich erkundigte mich ob der Biker ansprechbar sei, ja erwiderte mir man von unten rufend, er habe nur sehr starke Schmerzen und wohl einige Knochenbr\u00fcche und man w\u00e4re gerade dabei die Blutungen zu stillen. Auf die Frage hin, ob ich irgendwie behilflich sein k\u00f6nnte, verneinte man, au\u00dferdem k\u00e4me ja der Rettungswagen jeden Augenblick. Ich konnte nichts tun. Wie hilflos man sich in solchen Augenblicken vorkommt und sich an die Verletzlichkeit des Motorradfahrens erinnert, l\u00e4\u00dft einen in diesen Augenblicken fast erstarren. Ich redete noch einmal mit der Frau, die neben mir stand und fragte, ob sie den Motorradfahrer kenne? Sie verneinte und f\u00fcgte hinzu, das es ein Biker hier aus der Umgebung sei. Fahren sie doch ruhig weiter, meinte sie auf einmal zu mir, wir k\u00f6nnen ja beide im Moment doch nichts tun, als zu warten. Die Erstversorgung, sei ja durch die M\u00e4nner, die bei dem Verletzten sind gew\u00e4hrleistet. Kurz bevor ich jedoch die Unfallstelle verlie\u00df, bat ich die Frau noch ein Warndreieck oder anderes Signal auf die Strasse zu stellen, weil gleich noch eine ganz grosse Gruppe Motorradfahrer vorbei k\u00e4me. Sie nickte mir zu und ich fuhr sehr viel langsamer als zuvor und mit reichlich Magenmurren davon.<\/p>\n<p>Die ersten paar Meter, w\u00e4hrend ich auf meinem Motorrad fuhr, nahm ich eigentlich gar nicht richtig wahr. Bis auf einmal eine Spitzkehre, welche mit kleinen Kopfsteinpflaster ausgelegt war, wieder meine gesamte Konzentration auf das wesentliche, das Motorradfahren richtete. Es folgten noch weitere Spitzkehren mit Kopfsteinpflaster, wieder einen kurzen Augenblick geradeaus und weiter mit den n\u00e4chsten Kurven. Endlich war ich am Ortseingangsschild in Linthal angelangt und konnte schon von weitem das geschnitzte Holzmotorrad vom Hotel Adler erkennen.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200049_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Einige von uns waren schon im Hotel angekommen was mir die Anzahl der geparkten Motorr\u00e4der verriet.<\/p>\n<div class=\"picture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"..\/images\/2002s200050_480.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>Als ich neben den anderen stehenden Maschinen anhielt und den Motor aus machte, kam Heike schon die Stufen vom Hotel Adler herunter zu mir. Ich z\u00fcndete mir erst einmal eine Zigarette an und teilte Heike den gesehenen Unfall mit. Als ich zu Ende geraucht hatte und gerade mit meinem Fuss die Kippe ausdr\u00fcckte, schoss ein Krankenwagen mit Blaulicht an uns vorbei, in jene Richtung, aus der ich gekommen war. Von der Unfallstelle bis zum Hotel ben\u00f6tigte ich ca. eine viertel Stunde, so lange m\u00fc\u00dfte auch der verletzte Biker, der oben in der B\u00f6schung lag noch warten, ehe ihm die Sanit\u00e4ter helfen k\u00f6nnten. Ich trank erst einmal ein grosses Bier und unterhielt mich mit den anderen, bis nach und nach auch der letzte Biker von uns, den Klausenpass heil herunter kam. Aus den abendlichen Gespr\u00e4chen, konnte ich nach und nach heraush\u00f6ren und stellenweise auch sehen, dass dieser Unfall nicht nur mich ber\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Stimmung war etwas ged\u00e4mpft, erst als wir alle vereint wieder an den Tischen sassen, und uns unterhielten, wurden nach und nach wieder Scherze betrieben und der ein oder andere hob genommen, sowie flei\u00dfig Fl\u00fcssigkeit aufgenommen. Aber dieses habt ihr ja schon von Heike erfahren. In den fr\u00fchen Morgenstunden schl\u00fcpfte auch ich unter die Bettdecke, dachte noch einmal \u00fcber den erlebnisreichen Tag nach und schlief sehr schlecht ein, meine letzten Gedanken kreisten um den verungl\u00fcckten Schweizer Biker.<\/p>\n<p>Mal sehen, wann ich den dritten Tag, der schnellen Gruppe von der 4D Alpentour verfassen kann! Wenn ihr \u00fcberhaupt daran interessiert seid?<br \/>\ncu on the road.<\/p>\n<p><strong>Linke Hand zum Gruss <\/strong><br \/>\n<strong>Searcher<\/strong><\/p>\n<div id=\"more\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Searcher0, 25.06.2002 4D &#8211; Freitagstour 2. Tag &#8211; Schnelle Gruppe Planung, Ausf\u00fchrung, folgen? oder Dr\u00fcber, drunter, seitlich vorbei? Bei herrlichem Sonnenschein sa\u00df ich in der Pension Hotzenwald und nahm bed\u00e4chtig und sehr gem\u00e4chlich, wie jeden morgen eigentlich, mein Fr\u00fchst\u00fcck zu mir. 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